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Feldscheune Querschnitt durch Scheunenaufbau 1 5 / 5

Feldscheune Querschnitt durch Scheunenaufbau 1
In den Feldscheunen sollte auch früher schon großes Gerät gelagert und bewegt werden, zum Beispiel Leiterwagen (und später Traktoren und Großgeräte), und es sollte möglichst viel bis möglichst hoch gelagert werden können, zum Beispiel Stroh und Heu. Das heißt: Die Bauern benötigten eine Konstruktion möglichst ohne Behinderungen durch Pfeiler und Balken im Innenraum.
Wie das gelang und welche Bauart die Konstrukteure dafür einsetzten, schildert Hubertus Michels in dem zweiten Ausschnitt, den wir im Folgenden abdrucken. Man wird sehen, dass in diesen so einfach und selbstverständlich aussehenden Feldscheunen faszinierende Konstruktionsideen stecken. Und wenn man den abgebildeten Querschnitt durch eine Feldscheune mit der realen Feldscheune im Bild vorher vergleicht, sieht man in ebenso faszinierender Weise, dass Theorie und Praxis hier bis ins Detail übereinstimmen.

2. Ausschnitt: Eine konstruktive Besonderheit: der Sturmstrebenbinder
"Für die Zweckbestimmung von Scheunen ist es von Vorteil, wenn sie einen hallenartigen, möglichst stützenfreien Innenraum ohne abgetrennten Dachboden haben. Dies stellt spezielle Anforderungen an den verwendeten Dachstuhl, der mit dem althergebrachten Sparrendach nicht oder nur mit unwirtschaftlich hohem Aufwand herzustellen ist.
Einzig das Pfettendach ermöglicht es auf einfache Art und Weise, das komplette Scheuneninnere als einen großen, dachhohen Bergeraum zur Verfügung zu stellen. (…) Es handelt sich geradezu um eine scheunenspezifische Bauweise. Sie lässt sich am anschaulichsten anhand einer Querschnittszeichnung erläutern (s. Abb.!). (…)

Das Gewicht des Daches wird über die Mittelpfetten auf die mittleren Doppelzangen und von dort auf die Sturmstreben mit ihren Einzelfundamenten direkt in den Erdboden geleitet. Durch die Addition solcher Scheunenbinder hintereinander entstehen in Längsrichtung beliebig große hallenartige Räume, die eine ungehinderte Lagerung von Erntegut vom Erdboden bis hinauf unter den First ermöglichen. (…) Vor allem die Sturmstreben garantieren die hohe Standfestigkeit und sie sind zugleich das augenfälligste Merkmal, weshalb man solche Konstruktionen seit etwa 1900 in der Fachliteratur als Sturmstrebenbinder-Bauten bezeichnete.“ (Ausschnitt aus: Hubertus Michels, a.a.O., S. 57/58)
Die historische Feldscheune in Stapelage war daher nicht einfach eine normale Feldscheune, sondern ein "Sturmstrebenbinder-Bau" mit sehr interessanten Details.

2007 alte Feldscheune Feldscheune Feldscheune im Museum Feldscheune Stapelage Feldscheune wieder aufgebaut Sturmstrebenbinder-Bau