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Hof Havergo 3 2 / 9

Hof Havergo 3
Auch dieses Bild zeigt den alten Hof Havergo, allerdings ist es etwas jünger als das vorher gezeigte. Man sieht das an den veränderten Gebäuden und Anbauten. Dieses Foto von der DVD zum 825 Jahre-Jubiläum von Hörste dürfte aus den sechziger Jahren stammen.
Was hat es nun auf sich mit dem „Urhof“ von Hörste? Und was hat es auf sich mit den verschiedenen Namen von Gehrs bis Havergo? Warum sagte man früher, wenn der alte Havergo in die Kneipe kam: „Der Gees-Bauer kommt“? Wir fassen mal das zusammen, was die Forschung (u. a. auch der Alt-Bürgermeister Leopold Möller und Dr. Horst Wissbrock) bisher so herausgefunden hat. [Hinweis: In dem zu dem vorherigen Bild bereits erwähnten Wiki- Beitrag von Dr. Wissbrock stehen noch viele weitere Details über die Entwicklung des Hofes Havergo und seine Geschichte, die hier aus Platzgründen nicht alle angesprochen werden können.]
In Stapelage (Meierhof Stapelage oder auch Gut Stapelage) und in Hörste gab es sehr früh größere Höfe. Spätestens für 1188 wissen wir davon, als in einer Urkunde festgelegt wurde, dass das damals neu gegründete Kloster Marienfeld „die Zehnten zu Stapelage und Hursten [= Hörste] … auf ewig gepachtet“ habe. „Die Zehnten“ waren Abgaben, die von den Höfen jährlich zu entrichten waren.
Die Höfe gab es ziemlich sicher schon vor 1188. In „Hursten“ (also im späteren Hörste) gab es wohl zuerst nur einen einzigen großen Hof. Der Einzelhof lag etwa zwischen der heutigen Schule und der Hiddentruper Straße bzw. dem heutigen Hof Lükermann, also etwa auf der heutigen Pferdeweide.
Ein Besitzer des Hofes war ein Mann namens Gerhard, genannt „Duveleskop“ (wahrscheinlich „Teufelskopf“). Der Name „Gerhard“ dürfte im späteren Gebrauch „abgeschliffen“ worden seien. Bereits 1467 taucht in amtlichen Registern der Name „Gert to Horste“ auf. Dieser anfängliche Wechsel von Gerhard zu Gert setzte sich dann fort zu Gehrs (z. B. von „Gerts Hof“ zu „Gehrs Hof“), dann Geers und Gees. Daher hießen die späteren Besitzer oft die „Gees-Bauern“, auch als sie schon Havergo hießen.
Der damalige Gerhard (der „Duveleskop“) teilte seinen Hof: Lt. Akten mindestens 1262, wahrscheinlich aber schon früher gab es „auf dem Hursten“ dann zwei Höfe. Auf dem alten Hof war (vorläufig) der Vater Gerhard geblieben, der abgeteilte südwestlich vom „Urhof“ gelegene neue Hof war im Besitz seines Sohnes Heinrich. Der Sohn war also vom Hof des Vaters „gewichen“, er war „der Gewichene“, also „de Weeke“ oder „de Weike“ – daher der Name „Weeke“ oder der „Weeke-Hof“, der zweite der beiden „Urhöfe“ von Hörste.
Interessant dabei ist, dass die beiden Höfe Geers und Weeke zwar die „Urhöfe“ von Hörste sind, lange Zeit aber gar nicht zur Bauerschaft Hörste gehörten. Im Gegensatz zu Gut Stapelage, das durch eine Schenkung ins Eigentum des Klosters Marienfeld überging, zahlten die Höfe in Hörste zwar den „Zehnten“ ans Kloster Marienfeld, blieben aber „Eigentum“ der Grafen von Ravensberg. Denen unterstand das Amt Barkhausen (Oerlinghausen), zu dem damit auch die beiden angesprochenen Höfe in Hörste gehörten. Erst ab 1766 mussten die Höfe in der Bauerschaft geführt werden, in der sie lagen, einige Jahre später zählten also auch die Höfe Geers und Weeke zur Bauerschaft Hörste.
Der alte „Urhof“ zwischen Schule und Hiddentruper Straße wurde von dem Vater Gerhard kurze Zeit später ebenfalls verlassen. Er siedelte den neuen Hof etwa 100-200 m nordöstlich des alten an, also an der Stelle nördlich der Hiddentruper Straße, an der er heute noch steht – allerdings nicht ganz genau. Denn auch hier wurde noch einmal „umsortiert“: Der heutige Hof mit Wohn- und Wirtschaftsgebäuden steht etwas höher als der ursprüngliche nach der Umsiedlung. Wahrscheinlich war der erste Platz zu feucht, beispielsweise durch zeitweilige Überschwemmungen des Hörster Baches. Daraufhin wurde der Hof noch einmal etwas nach oben verlegt. Und dort steht er heute noch.
Wie kam es zu dem Namen Havergo?
Ganz einfach: durch Heirat! Eine Erbin des Gees-Hofes hat vor Jahren einen August Havergo aus Hüntrup geheiratet. Da um diese Zeit nicht mehr (wie früher) die Einheiratenden den Namen der Stätte übernehmen mussten, in die sie einheirateten, nahm die Familie jetzt den Namen des Ehemannes an. Seit 1905 heißen die Besitzer also nicht mehr Gees, sondern Havergo.
[Das Bild stammt von der DVD zum Jubiläum "825 Jahre Hörste".]

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